Thalasso

ThalassoWendet man "Thalasso" an, so beruft man sich auf die vielfältige Heilkraft des Meeres. Es beschreibt eine Behandlung, die auf verschiedenen Materialien um und im Meer beruht, die wiederum auf unterschiedlichen Ebenen Heilung bringen sollen. So kommt kaltes oder warmes Meerwasser Meeresluft, Algen, Schlick, Sonne und Sand zum Einsatz.

Schon im 18. Jahrhundert entdeckte ein britischer Arzt die Heilkraft von Meerwasser bei Infektionen. Wirklich bekannt und auch bliebt wurde die Methode allerdings erst circa hundert Jahre später. Aufgrund des hohen Aufwands und der Kosten wurde das Verfahren während und zwischen den beiden Weltkriegen kaum noch angewandt. Die Thalasso-Methode wird fast ausschließlich als Teil einer Kur angewandt und erfreut sich heutzutage dank zahlreicher Kurorte und wissenschaftlich bewiesener Wirksamkeit wieder großer Beliebtheit.

Thalasso kann sagt noch nichts über die konkrete Behandlung aus, nur über die generellen Typ der Methode. Deshalb muss eine Thalasso-Kur auch stets individuell festgelegt werden. Ein Arzt untersucht und analysiert die Symptome, woraufhin man oft gemeinsam festlegt, wie man weiter vorgehen möchte. Grundsätzliche Elemente einer Thalasso-Therapie, die aber nicht zwangsläufig alle angewendet werden müssen, gibt es dennoch.

Die Hydrotherapie bezeichnet die Anwendung von Wasser, in all seinen drei Aggregatszuständen, zur Behandlung und Stärkung des Körpers. Die Zielsetzungen können von einer Stabilisierung bzw. Abhärtung bis hin zur Vorbeugung oder Regeneration reichen. Klassische, auch einzeln stark frequentierte Arten der Anwendungen sind beispielsweise der Gang in die Sauna oder das Nehmen eines Dampfbades. Es öffnet die Poren, regt die Durchblutung an und stärkt das Immunsystem. Damit einhergehend sind verschiedene Aufgüsse, mit jeweils spezifischer Wirkungsabsicht. Teil- und Vollbäder aller Art gehören ebenfalls zu einer Hydrotherapie, ähnlich wie Wickel, Auflagen oder Kompressen beziehungsweise diverse, gründliche Waschungen. Bewegung im Wasser, wie bei dem Wassertreten, wo Patienten durch Wasser warten, das circa bis an die Knie geht, ist ebenfalls vorgesehen. Neben der bereits erwähnten Förderung der Durchblutung, kann auch die Stärkung des Kreislaufs, eine Linderung bei Entzündungen und eine Verbesserung der Atemwege Ziel einer Hydrotherapie sein.
Bei den ebenfalls angewandten Pressurmassagen wird mit dem Druck des Wassers gearbeitet. Man spritzt zum Beispiel Wasser mit variierendem Druck auf spezielle Körperteile.

Bei der Elektrophysiotherapie wird mit Strom und Wellen gearbeitet, die gegebenenfalls durch Injektionen, Infiltrationen oder Infusionen unterstütz werden. Oft findet diese Anwendung bei chronischen Gelenkbeschwerden statt.

Zur Entspannung und Erholung der Haut arbeitet man oft mit Algen und Schlick. Diese Packungen werden auf die Haut aufgetragen. Neben einer erfrischenden, wohltuenden Wirkung, wird die Haut gereinigt, geglättet und fühlt sich spürbar sanfter an.

Recht moder mutet die Vichy-Dusche an. Man duscht praktisch im Liegen und wird dabei von 5 Mikrodüsen massiert, die alle samt variabel einstellbar sind. Patienten mit einem niedrigen Blutdruck und Kreislaufproblemen, finden sich oft in der entspannenden Vichy-Dusche wieder, die aufgrund ihrer vergleichbaren Aufmachung auch "Rainshower" genannt wird.

Eine weitere Dusche, die ebenfalls Teil einer Thalasso-Therapie sein kann, ist die Jet-Dusche. Diese ist weniger entspannend, dafür eher anreget. Kalte, harte Strahlen, werden gezielt auf bestimmte Problembereiche ausgerichtet und können so praktisch den ganzen Körper massieren.

Inhalationen und Aerosole werden bei Patienten mit Atemwegbeschwerden eingesetzt. Sie können die Atemwege befreien und reinigen, so wie die Bronchien erweitern. Begleitend können auch Spaziergänge am Strand verordnet werden, um eine höhere Dosis der frischen Meeresluft einatmen zu können.

Wassergymnastik respektive Bewegung im Wasser aller Art wird oft bei Gelenk- und Muskelbeschwerden verschrieben. Durch den höheren Wasserwiderstand werden die Muskel einerseits stärker belastet, andererseits aber die Gelenke geschont. Vor allem im Vergleich zu Sport und Bewegung an Land.

Generell werden Thalasso-Kuren sowohl im medizinischen Bereich, als auch im Wellness-Banche angewandt. Eine Behandlung kann bei Rheuma, Neurodermitis, Infektionen, Durchblutungsstörungen, Erkrankung der Atemwege und generell bei Stress und Erschöpfung von Körper und Geist erfolgen. Doch es sind nicht alle Menschen ohne Weiteres für eine Thalasso-Behandlung geeignet. Bei Bluthochdruck und Kreislaufschwächen können verschiedene Methoden zwar hilfreich sein, aber ohne vorherige Absprache mit einem Arzt sollte keine Behandlung stattfinden. Auch bei Krebserkrankungen, Schwangerschaften und einer Schilddrüsenüberfunktion sollte vorher auf jeden Fall ein ausführliches Gespräch mit einem Arzt geführt werden, der die Therapie eventuell individuell so anpassen kann, so dass sie trotzdem problemlos ablaufen kann.

Lifestyle Forum