Der pH-Wert

PH-WertDie menschliche Haut besitzt einen Wasser-Fett-Film (auch Hydrolipid-Film genannt), der die Haut vor äußeren Einflüssen abschirmt. Wird dieser Schutzfilm jedoch angegriffen, so können Trockenheit, Reizungen, Allergien, Infektionen und andere Hautprobleme die Folge sein.
Der Schutzfilm der Haut lässt sich mit dem Wasser in einem Aquarium vergleichen: Ist das Wasser frisch und entspricht den Anforderungen der Lebewesen in ihm, so werden Pflanzen und Tiere mit Sauerstoff und den nötigen Nährstoffen versorgt. Würde das Wasser nun mit Säuren oder Putzmitteln verunreinigt werden, so käme das Leben aus dem Gleichgewicht. Ein Mangel an Nährstoffen wäre die Folge und die Lebewesen würden erkranken. Ähnlich reagiert auch die menschliche Haut, wenn der empfindlich Schutzfilm gestört wird: Sie juckt, brennt und entzündet sich.

Doch wie lässt sich nun das ideale Gleichgewicht des natürlichen Hautschutzfilms bestimmen? Hier benutzt man den sogenannten pH-Wert. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und lautet übersetzt "potentia hydrogenii", was so viel bedeutet wie die "Stärke des Wasserstoffs". Diese Stärke wird mit Hilfe einer Skala von 1 bis 14 dargestellt: Der pH-Wert gibt somit Auskunft darüber, ob Wasser sauer (niedriger pH-Wert zwischen 0 und 7), neutral (pH-Wert 7) oder alkalisch (hoher pH-Wert zwischen 7 und 14) ist.
Den pH-Wert eines Aquariums oder auch eines Schwimmbads kann man mit speziellen Messgeräten bestimmen. Sobald hier ein Ungleichgewicht besteht, kann man den pH-Wert durch die Zugabe von alkalischen oder sauren Zusätzen nach oben oder unten korrigieren.

Auch die Haut hat ihren eigenen pH-Wert. Dieser ist jedoch nicht neutral (pH-Wert 7), sondern leicht sauer: pH-Wert 5,5. Daher wird der Schutzfilm der Haut gerne auch als "Säureschutzmantel" bezeichnet. Gebildet wird dieser leicht saure Zustand durch körpereigene Stoffe wie Schweiß, Talg und Hornzellen, die sich im Wasser lösen. In dieser sauren Umgebung können Bakterien und Krankheitserreger nur schlecht gedeihen. Die natürliche Aufgabe des Säureschutzmantels besteht also darin, die Haut vor Bakterien und Umwelteinflüssen, die Infektionen und Reizungen auslösen können, zu schützen. Auch der Körpergeruch wird durch den pH-Wert der Haut beeinflusst: Ein intakter Säureschutzmantel hemmt die Zersetzung von Schweiß durch Bakterien, durch die unangenehmer Körpergeruch entsteht.

Daher ist der Erhalt des natürlichen Säureschutzmantels bei der täglichen Hautpflege unerlässlich. Negativen Einfluss haben kann beispielweise der Kontakt mit stark säurehaltigen Reinigungsmitteln, die den pH-Wert senken und somit zu einer Übersäuerung der Haut führen. Eine viel häufigere Ursache für das Verschieben des pH-Werts ist jedoch das tägliche Waschen mit gewöhnlicher Seife: Da diese meiste einen pH-Wert von 8-12 aufweist, wird hier dem Säureschutzmantel entgegen gewirkt, der pH-Wert steigt. Der Hautoberfläche wird Feuchtigkeit entzogen, sodass sie Schadstoffen eine ideale Angriffsfläche bietet. Menschen mit Neurodermitis, trockener Haut oder Ekzemen besitzen häufig einen pH-Wert, der weit über 5,5 liegt. Gerade diese Personen sollten auf einen Erhalt des Hautgleichgewichts achten und bei der Wahl der Körperpflege- und Reinigungsprodukte stets auf ein hautneutrales Produkt mit einem pH-Wert von 5,5 zurück greifen.

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