Bio-Rhythmus

Zu dem Begriff Bio Rhythmus gilt es zunächst einmal mitzuteilen, dass dieser Begriff zwei, wenn auch nicht vollkommen unterschiedliche, so doch verschiedene Dinge beschreibt.

Zunächst einmal beschreibt der Begriff regelmäßige sich wiederholende Zustände oder Veränderungen von Organismen. Die Phänomene, die mit diesen Wiederholungen zusammenhängen, sind das Arbeitsfeld der Chronobiologie. Biologischer Rhythmen des menschlichen Körpers können beispielsweise die Ultradiane Rhythmik sein, die sich in weniger als 24 Stunden wiederholt. Dann gibt es die Circadiane Rhythmik, den sogenannten "Tag-und-Nacht-Rhythmus" und die Infradiane Rhythmik, deren Periode größer als 24 Stunden ist. Zu ihnen gehören beispielsweise der Jahresrhythmus oder der Menstruationszyklus. Um Verwechslungen mit der eher esoterisch angehauchten Biorhythmuslehre zu vermeiden, wird innerhalb der Chronobiologie gerne der Begriff "biologische Rhythmen" verwendet.

Die moderne und globale Mobilität gibt der Betrachtung des Bio Rhythmus, vor allem aus chronologischer Sicht, besondere Nahrung. Denn der weltweit mobile Mensch lebt oft genug vollkommen entgegen seiner "Inneren Uhr".
Chronobiologen warnen seit Jahren, leider zu oft ungehört, davor diese persönliche Zeitrhythmen zu missachten.
Längst weiß die Medizin, dass Krankheiten, soziale Konflikte und physische und psychische Leistungstiefs mit der Vernachlässigung der inneren Uhr im engen Zusammenhang stehen. Viele der großen technischen Unglücke der letzten Jahre gehen, laut dem Schlafforscher Jürgen Zulley, auf das Konto der Übermüdung. Auch deutlich mehr als die Hälfte aller Autounfälle haben ihre Ursache wenigstens zum Teil bei einem oder sogar gleich zwei übermüdeten Fahrern. Die gefährlichsten Zeiten für Autofahrer sind die frühen Morgenstunden und der Nachmittag gegen 14 Uhr, wenn die biologische Uhr der Menschen auf Schlaf eingestellt ist.

Biorhythmus bezeichnet aber auch eine unbelegte Theorie, die behauptet, dass sowohl die physische und intellektuelle Leistungsfähigkeit als auch der psychische Zustand eines jeden Menschen in verschiedenen Zyklen verlaufen und den diversen Rhythmen unterworfen sind. Diese Zyklen sollen mit dem Tag der Geburt beginnen und können anhand eines Biorhythmogrammes dargestellt werden.
Diese Theorie, die Biorhythmik geht von drei unterschiedlichen "Rhythmen" mit jeweils eigener Periodendauer aus. Dies sind der körperlicher Rhythmus, der sich im Laufe von 23 Tagen wiederholt, der emotionale Rhythmus, mit seinem 28 tägigen Gleichmaß und der geistige Rhythmus, der 33 Tage andauert. Die Rhythmen wechseln auf einer sinusartigen Kurve in positive, beziehungsweise aktive und negative, oder passive Bereiche. Dieser Wechsel erfolgt dann, wenn ein Zyklus vollendet ist. Übergangstage zum positiven Bereich sind besondere Krafttage und solche zum negativen Bereich sind besonders schlechte Tage. Besonders kritisch ist es dann, wenn die drei Kurven sich überschneiden und sich alle am gleichen Tag negativ umkehren. Dies hat der biorhythmischen Lehre gemäß, krisenhafte Folgen, während analog dazu die positive Umkehrung sich äußerst günstig auf den Biorhythmus auswirkt.

Der körperliche und der emotionale Rhythmus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Dr. Wilhelm Flies und Professor Swoboda entdeckt und in der Dauer beziffert. Später entdeckte der österreichische Ingenieur Alfred Teltscher, auf ihren Grundlagen auch den intellektuellen Zyklus und legte seine Dauer auf 33 Tage fest.
Der Bio Rhythmus zeigt die Veränderungen in der jeweils zur Verfügung stehenden Energiemenge der aktiven (positiven) oder passiven (negativen) Phasen. Die aktiven Phasen zeichnen sich durch eine große Energieversorgung der entsprechenden Bereiche aus und die passiven Phasen durch eine geringe. Die Übergangstage dazwischen sind besonders gut oder schlecht zu bewerten.

Wer dies unterschiedlichen Krafttage oder Ohnmachtstage kennt und sein Leben entsprechend einrichtet, soll - so die Idee, die hinter der Lehre vom Biorhythmus steht - mit seiner Energie besser haushalten können und in allen Phasen deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Denn es geht zum einen darum sich an schwachen Tagen nicht zu überfordern, aber auch – und das ist wenigstens genau so wichtig – an starken Tagen die Energie sinnvoll und vollständig zu nutzen. Aus diesem Grund sollte jeder seinen eigenen Biorhythmus kennen.

Zahlreiche Computerprogramme können heutzutage den Bio Rhythmus in wenigen Minuten berechnen. Die einzelnen Zyklen werden auf Kurvenblättern dargestellt mit verschiedenfarbigen Kurven für die jeweilig unterschiedlichen Bereiche.

Die Theorie der Biorhythmen wird seit 1973 auf wissenschaftlicher Grundlage erforscht. Einiges weist zwischenzeitlich auf die Richtigkeit der Lehre hin.

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